PonySpuren

Spuren zum Pferd - für Kinder, Jugendliche & Erwachsene

 

Sport für Reiter


Jeder Reiter und jeder Pferdebesitzer ist darauf bedacht, sein Pferd stets nach bestem Wissen und Gewissen zu trainieren und gesund zu halten.

Doch was ist mit dem eigenen Körper und Geist?

Was, wenn der Rücken des Pferdes top ist, der Sattel super passt, aber mein Pferd unter mir nicht läuft, weil ich aufgrund ungleichmäßiger Muskulatur schief sitze?

Dann sollte auch ich etwas für mich und meinen Körper und somit auch etwas für mein Pferd tun.

Beim Reiten wird insbesondere die untere Rückenmuskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule stark beansprucht, der obere Rücken und der Bauch dagegen haben oft das Nachsehen. Auch eine sinnvoll trainierte Bein-, Arm- und Pomuskulatur trägt zu besserem Gelingen der gerittenen Lektionen bei.

So bin ich auf einmal in der Lage, die richtige Hüfte vorzuschieben oder die richtige Schulter anzuheben, nur weil ich den für mich und meine Ansprüche passenden Ausgleichssport zum Reiten betreibe.

Hierzu gehören Kraftübungen und Ausdauertraining gleichermaßen wie Entspannungsverfahren.

Sitzschulungen sind in aller Munde – doch wozu?!

Um das Thema aufzugreifen, zeige ich mal ein paar Punkte auf, die ich aus meinen Artikel im letzten Jahr im HORSEMAN herausgenommen habe.

Ein gestresster Reiter provoziert Stress beim Pferd und somit auch einen ewigen Teufelskreis.
Doch nicht jeder Reiter hat Zeit, Lust oder Geld, sich neben diesem bereits sehr zeitaufwändigen und kostspieligen Hobby noch mit Sport und Fitness zu befassen.

Das alles sind erst wenige aber mehr als genügend Gründe, das Thema „Gymnastik für den Reiter“ explizit zu behandeln, mit Vorurteilen aufzuräumen und Beispiele aufzuzeigen, wie jeder ganz einfach und ohne große Mühen etwas für sich tun kann, sei es am Boden oder im Sattel.

Eine normale Übungsstunde für den Menschen, zum Beispiel in einem Rückenkurs, beginnt mit ein paar Minuten Aufwärmung. Diese Aufwärmung lassen wir hier mal links liegen, da ich voraussetze, dass der Reiter zuvor sein Pferd von Wiese oder Paddock geholt hat, es geputzt und gesattelt hat, hin- und hergelaufen ist, um die Ausrüstung zu holen und das Pferd schließlich ja auch zur Halle oder zum Platz geführt hat. So gehen wir hier davon aus, dass der Reiter im Großen und Ganzen seinen Bewegungsapparat und sein Herzkreislaufsystem bereits ein wenig aufgewärmt hat.
Im Winter allerdings ist es trotzdem ratsam, vor dem Aufsteigen ein paar Runden mit seinem Pferd gemeinsam zu laufen, um sowohl den passiven als auch den aktiven Bewegungsapparat auf die kommende Übungseinheit vorzubereiten.
Auch hier kann man sich schon mit ein paar wenigen Übungen selbst gymnastizieren, ohne dass man weiteres Material oder besonders viel Platz braucht.
Im Artikel stelle ich Übungen vor, die einerseits neben dem Pferd am Boden und andererseits auf dem Pferd im Sattel durchzuführen sind.
Diese Übungen schulen neben der entsprechend genannten Muskulatur komplett oder in Teilen auch die koordinativen Fähigkeiten wie z.B. Gleichgewicht, Reaktion oder Orientierung und die konditionellen Fertigkeiten.
So kommt der Reiter nach und nach zu einem verbesserten ganzheitlichen Körpergefühl, welches hilft, das Pferd in Zukunft einfacher und deutlicher zu bewegen.

Als Entspannungsübung zum Abschluss einer Trainingseinheit oder auch nach einem Ausritt lege ich mich beim Absteigen gerne einen Moment bäuchlings über den Sattel und lasse Arme und Beine schwer zum Boden hängen. Hierbei wird die Wirbelsäule sanft auseinander gezogen, die Rückenmuskulatur gedehnt und eventuell verhakte Wirbel oder andere Gelenke rutschen meist von ganz alleine in ihre richtige Position zurück.

Für eine hohe Effektivität können alle Übungen in einer Trainingseinheit durchgeführt werden, nicht öfter als dreimal die Woche.
Da man aber nicht immer die Zeit dazu hat, kann man sich einen Plan machen, wann man welche Übungen machen möchte.
Wichtig ist hierbei eine entspannte, stressfreie Atmosphäre, denn ein gestresstes Trainingsprogramm für den Reiter macht ebenso wenig Sinn wie eine gehetzte Übungseinheit für das Pferd.
Man macht Fehler und richtet mehr Schaden an, als dass man sein Ziel erreicht und das Ganze positive Folgen hat.
Probieren Sie es gleich aus, vielleicht bietet Ihr Trainer ja eine Sitzschulung an.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass so etwas wahrhaftig Wunder vollbringen kann.

Jeder, der behauptet Reiten sei kein Sport, hat noch nie länger als eine Kirmesrunde auf einem Pferd gesessen. Uns Reitern ist das klar!
Denn wer kennt es nicht, nach einer schwierigen Trainingseinheit geschwitzt vom Pferd zu steigen. Das liegt –zumindest meistens- nicht am Wetter oder der falschen Kleidung.
Und setzt man sich nach drei Wochen Reitabstinenz wieder in den Sattel, bekommt man meist schon am nächsten Tag zu spüren, dass unregelmäßiges Reiten fiesen Muskelkater in Beinen, Bauch, Rücken und Armen zur Folge hat.
Beim Reiten wird der ganze Körper beansprucht, Muskelkater kann es an jeder Stelle geben. Dennoch gelingen manche Lektionen oft nicht, weil letzten Endes die Muskulatur des Reiters nicht gleichmäßig ausgebildet ist.
Nicht zuletzt sind falsche Belastungen im Alltag hierfür der Grund.

So ist zum Beispiel die untere Rückenmuskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule sehr stark ausgeprägt, im Fachjargon spricht man von verkürzter Muskulatur, während die Bauchmuskulatur „abgeschwächt“, also zu wenig trainiert ist.
Dies hat zur Folge, dass ich mich nicht richtig „ins Pferd“ setzen kann, weil ich mein Becken nicht nach hinten kippen kann und meine Hilfengebung, z.B. zum Stoppen nicht deutlich genug ankommt und ich doch mehr Zügeleinsatz brauche als gewünscht.
Genauso ist es mit einem ungleichmäßig starken Rückenstrecker: dem Muskel, der -aus vielen kleinen Muskelsträngen bestehend -  unsere Wirbelsäule in Form hält.
Ist die eine Seite ausgeprägter als die andere, ist es schwierig, das Pferd in einer angemessenen Biegung auf einem Zirkel oder in einer Volte zu reiten, weil ich nicht in der Lage bin, in meinem Oberkörper die Muskulatur genau anzusteuern und entsprechend zu benutzen, um Hüfte oder Schulter vorzuschieben oder nach hinten zu nehmen.
Auch eine verkürzte oder abgeschwächte Beinmuskulatur kann zur Folge haben, dass ich meinen Absatz nicht tief genug absenken kann und Wendungen nicht gelingen oder Schenkelhilfen generell nicht richtig ankommen.
All diese Beispiele zeigen doch auf, wie wichtig eine gleichmäßige Muskulatur des Reiters ist, damit man sein Pferd angemessen und sinnvoll gymnastizieren kann.
In der letzten Ausgabe haben wir bereits Übungen mit dem Pferd aufgezeigt.
Heute widmen wir uns den Übungen, die wir auch ohne Pferd machen können - und sollten!
Hierzu braucht man keine weiteren Materialien, lediglich ein wenig Platz, damit man sich im Stand und auf dem Boden gut bewegen kann. Angenehm wäre eine Matte, eine Decke oder ein Teppich, damit man eine weiche Unterlage hat.

All diese Übungen sind nur Auszüge aus verschiedenen Trainingsprogrammen und dienen hier als Anregung für einen Ausgleich bzw. als Ergänzung zum Reiten.
Jeder sollte für sich herausfinden, welche Sportart ihm zusagt.
Ideal wäre eine gesunde Mischung aus Ausdauertraining, Kräftigungs- und Dehnungsübungen und Entspannungsverfahren.
Empfehlenswert sind zum Beispiel Trendsportarten wie Pilates und Yoga, Dance- und Box-Aerobic wie Zumba, Tae Bo etc., Joggen, Schwimmen und Rad fahren.

Hat man einmal seinen idealen Ausgleich gefunden, wird sich schnell eine positive Veränderung auf dem Pferd bemerkbar machen.
Die eigene Körperwahrnehmung verbessert sich und eine feinere Wahrnehmung des Pferdes wird möglich.
Eine gekräftigte, gleichmäßige Muskulatur ermöglicht die bessere Hilfengebung und Einwirkung auf das Pferd in den Lektionen und Übungen des täglichen Trainings und ein in sich ruhender Reiter, der in der Lage ist, seine Emotionen unter Kontrolle zu halten, kann wütende oder ungeduldige Situationen vermeiden und somit schneller zu Lösungen kommen.

Ein ewiger Teufelskreis kann allein durch das Training des Reiters durchbrochen und ins Positive umgewandelt werden.
Die Grundlage für eine gute Pferd-Mensch-Beziehung und eine lange Gesunderhaltung von Pferd und Reiter ist geschaffen…

Wollen auch Sie etwas für Ihren Sitz und Ihr Körpergefühl tun, so nutzen Sie die Chance und melden Sie sich zu einer Sitzschulung an.

Gelegentlich biete ich Kurse oder Schulungen zu dem Thema an, wenn Sie Interesse haben, sprechen Sie mich einfach an.


Als Bewegungspädagogin und Fachdozentin für Pilates und Aerobic sowie Rückenschullehrerin sind Sie bei mir bestens aufgehoben, wenn es darum geht auch sich selbst fit zu machen und zu halten.

Wir haben uns Pilates auf die Fahnen geschrieben, weil es eine sanfte Trainingsmethode ist, die die großen Muskelgruppen wie Bauch, Rücken, Gesäß und Beine gleichermaßen trainiert wie die für Haltung und Bewegung wichtige Tiefenmuskulatur des Beckenbodens.

Hinzu kommt zu Beginn ein sorgfältiges Ausdauer- und Aufwärmprogramm und ein abschließendes Entspannungsverfahren, sodass Sie nach nur wenigen Einheiten ein besseres Körpergefühl und eine verbesserte Wahrnehmung für sich und Ihr Pferd bemerken.